Nur so Kram » gehirndurchfallen http://nursokram.de/blog ... Sat, 22 Oct 2011 19:15:05 +0000 en hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.3 Gedankenspiel: “Binäre Psyche” http://nursokram.de/blog/2011/08/gedankenspiel-binare-psyche/ http://nursokram.de/blog/2011/08/gedankenspiel-binare-psyche/#comments Mon, 15 Aug 2011 17:18:26 +0000 Mathies http://nursokram.de/blog/?p=1576 Weiterlesen ]]> Einige Journalisten machen es dem Leser und sich selbst leichter, wenn sie Tätern wie Herrn Breivik eine komplexe Persönlichkeitsstruktur aberkennen. Wer geisteskrank ist, kann nicht ordentlich planen. Wer gut plant, kann nicht geisteskrank sein. Unter anderem ist diese Unterstellung eine praktische Möglichkeit, den Täter nicht als menschlich darstellen zu müssen. Denn wer menschlich ist, der ist anderen Menschen ähnlich. Und wenn der “Massenkiller aus Norwegen” menschliche Züge aufweist, könnte sich die Frage stellen, wie schnell “einer von uns” zu “so einem” werden kann. Eine Frage, mit der sich die wenigsten beschäftigen möchten, selbst wenn die Frage von Zeit zu Zeit unaufgefordert im Hinterkopf spukt.

Durch eine Verkettung von Missverständnissen um einen kritischen Artikel aus soziologischer Sicht kam mir die abstruse Idee von der binären Psyche. Zuerst malte ich mir aus, dass diese Psyche den Wert eines Bits zur Speicherung eines Geisteszustands enthält. Normalerweise hätte diese Psyche zwei Zustandsmöglichkeiten: 0 – Zustand ist nicht aktiv (false) und 1 – Zustand ist aktiv (true). Wenn dieses Bit die Eigenschaft höflich hält, kann die Psyche ausschließlich die Werte höflich (1) oder nicht höflich (0) halten. Damit hätte diese Psyche aber unter Umständen gar keinen Zustand, denn bei 0 (false) wäre gleichzeitig die gesamte Psyche inaktiv.

Man kann ein Bit aber auch “unsauber” nutzen, indem man 0 und 1 nicht als false und true versteht, sondern als Definitionen für Geisteszustände. 0 könnte zum Beispiel für planend und 1 für geisteskrank stehen. Es sind nicht beide Zustände gleichzeitig möglich. Die Speicherung in einem Bit wirkt wie ein exklusives ODER1 beziehungsweise Kontravalenz für die Betrachtung des Geisteszustand.

Etwas komplizierter wird es, wenn man der Psyche des Mannes aus Norwegen doch mehr als eine Eigenschaft zugesteht. Statt eines einzelnen Bits kann man sich eine bessere Version der binären Psyche als Register mit Ein-Bit-Werten vorstellen. Im Gegensatz zur Psyche mit nur einem Bit kann man hier wieder “sauber” mit 0 (false) und 1 (true) arbeiten.

Angenommen, der Breivik-Psyche würde von fachkundigen Enthüllungsjournalisten 4 Bits zugestanden, könnte er zum Beispiel planend, geisteskrank, freundlich und grausam sein, je nachdem, welche der Bits gesetzt sind. Um wieder etwas mögliche Komplexität zu entfernen, kommt auch hier wieder ein exklusives ODER ins Spiel2. Nur das Bit für planend oder geisteskrank kann gleichzeitig auf 1 gesetzt sein. Logische Verknüpfungen können gesetzt werden, wie es die momentan gesellschaftlich akzeptierte Doppelmoral zulässt.

Mithilfe der binären Psyche als Handwerkszeug für den investigativen Journalisten ist es möglich, Grauzonen zu vermeiden. Sie ist außerdem eine gute Alternative zum mittlerweile angreifbaren Schwarz-Weiß-Denken, mit dem man Breivik komplett als gewissenloses Monster oder missverstandenes Opfer einstufen müsste.

  1. aus Sicht der Informatik
  2. … und die Bedingung, dass wenigstens ein Bit gesetzt sein muss, sonst gibt es wenig zu schreiben
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Ich habe … http://nursokram.de/blog/2011/01/ich-habe-%e2%80%a6/ http://nursokram.de/blog/2011/01/ich-habe-%e2%80%a6/#comments Sat, 08 Jan 2011 22:52:29 +0000 Mathies http://www.nursokram.de/blog/?p=1027 Weiterlesen ]]> Ich habe mich selbst eingewiesen, also kann ich mich auch selbst entlassen.

Ich habe mich selbst eingewiesen, … also kann ich mich auch selbst entlassen.

Ich habe mich selbst eingewiesen, also kann ich mich auch selbst entlassen.

Ich habe mich selbst eingewiesen, also kann ich mich auch selbst entlassen.

Ich habe mich selbst eingewiesen, also kann ich mich auch selbst entlassen.

[frei nach Nacht über Manhattan]

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Bin dafür! http://nursokram.de/blog/2010/05/bin-dafuer/ http://nursokram.de/blog/2010/05/bin-dafuer/#comments Sat, 29 May 2010 20:50:12 +0000 Mathies http://nursokram.de/blog/?p=305 Weiterlesen ]]> In Zeiten, in denen man sich klar positionieren muss, um etwas zu bewegen – gerade als Blogger, ist die Zeit gekommen, auch mein Anliegen vorzutragen:

Ich bin für einen verkehrsoffenen Sonntag. Während andere gegen Zensur und vergorene Spekulanten wettern, bin ich für die zeitweise Anarchisierung des Straßenverkehrs.
An verkehrsoffenen Sonntagen darf die Straßenverkehrsordnung mal alle Schilder gerade sein lassen und jeder darf so viel, so schnell und wo lang auch immer es ihm gefällt fahren. Keine Alkoholkontrollen, keine Radarkontrollen, kein Problem beim Stehen im Halteverbot. Und wenn die Straße mal zu eng wird, gibt’s ja immer noch die Rad- und Fußgängerwege. Nur die Passanten mit Schlägern und Kettensägen sind zu meiden.

Endlich mal den seit Monaten in der Garage vor sich hin blendenden Koenigsegg auf der Landstraße Probefahren, mit 120 durch Ortschaften, Geisterfahren auf der Gegenfahrbahn, Parken im Nachbarsgarten, mit 6 Freunden im VW Käfer nach der Disko durch eine brandenburger Allee fahren. So Sachen halt.

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An die Tempo-Sünder http://nursokram.de/blog/2009/06/an-die-tempo-sunder/ http://nursokram.de/blog/2009/06/an-die-tempo-sunder/#comments Tue, 30 Jun 2009 21:20:03 +0000 Mathies http://nursokram.de/blog/?p=426 Weiterlesen ]]> Seit einiger Zeit wirbelt folgende Werbung durch das deutsche Fernsehen:

Mal ganz ehrlich:

Welcher halbwegs normale Mensch assoziiert “Love is in the air“-Gesinge, mit Toilettenpapier herum werfen und dabei wild herumhüpfen mit einem durchschnittlichen Toilettengang?

Ich denke da eher (negativ) an:

Plumpsklo

Plumpsklo

Auch beim Poster, das man derzeit vielerorts sieht, kommen mir andere Assoziationen als vermutlich erhofft:

Endlich! Nach siebenstündiger Betriebsratsitzung darf Frau S. auf die Toilette. Ein Grund zur Freude.

Endlich! Nach siebenstündiger Betriebsratsitzung darf Frau S. auf die Toilette. Ein Grund zur Freude.

Zur Verteidigung der Tempo-Werber soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass das Thema Toilettengang sicherlich nicht das am einfachsten zu verpackende Vermarktungsthema darstellt. Man kann es aber auch übertreiben.

Bleibt abschließend nur zu hoffen, dass der Allgemeinheit in Zukunft zumindest Werbung hierfür erspart bleibt.


Plumpsklo: Copyright Mutter Erde, Wikimedia Commons

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Weise Weisen http://nursokram.de/blog/2009/06/weise-weisen/ http://nursokram.de/blog/2009/06/weise-weisen/#comments Sun, 14 Jun 2009 20:33:06 +0000 Mathies http://nursokram.de/blog/?p=406 Weiterlesen ]]> Anstatt mich darüber aufzuregen, dass das Wahlvieh CDU und FDP wählt, und damit groß JA! zur Finanzpolitik von Merkel (inklusive mäßig verständlicher Zugeständnisse an Banken und Opel) sagt, folgt nun Gehirndurchfall vom Feinsten, der Gehirndurchfall zum Sonntag.
Damit ändert sich zudem der Fokus dieses Blogs automatisch von
wenigstens halbwegs sinnvoll hin zu was auch immer mir in den Sinn kommt. Bei Einwänden oder Beglückwünschungen bitte Mail an die im Impressum genannte Adresse.

Jetzt aber:

Weise Weisen

Bahnübergang, Schranken, Zug

Ort des Geschehens

Eine Gruppe Pfadfinder bestieg einen Zug ohne die Absicht, ihre Fahrt zu bezahlen. Der Schaffner schnappte die unwürdigen Schwarzfahrer jedoch, bevor sie sich verstecken konnten. Nach einer kurzen Unterhaltung resümierte er gegenüber den Schwarzfahrern und einem unbeteiligten Fahrgast, der nur aus Höflichkeit zuhörte:

Die weisen Waisen aus Weisen konnten sich weder ausweisen, noch einen gültigen Fahrschein vorweisen. Stattdessen weissagten und sangen sie weise Weisen1 aus ihren weisen Pfadfinderbüchern.

Daher muss ich, Udo Weiser, darauf hinweisen, dass ich sie des Zuges zu verweisen gedenke, sobald wir den nächsten Bahnhof erreichen. Und zwar auf meine Weise.

Doch noch bevor sie am Bahnhof ankamen, stürmten die Pfadfinder laut schreiend zu den Toiletten, schlossen sich ein und sprangen nacheinander mit dem Spruch Prignitz forever! aus dem Fenster.


Photo © RainerSturm / PIXELIO

  1. im Sinne von Liedern
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