Ein Blick in die Abgründe einer jungen Frau, die nach einer bisher erfolgreichen Schulzeit Schritt für Schritt die Kontrolle verliert und sowohl ihre eigenen, als auch die Grenzen ihrer Umgebung austestet.
Wer mit ähnlicher Unsicherheit durchs Leben wankt wie die Hauptfigur, sollte das Buch lieber links liegen lassen. Zwar hat es ein Ende, das man durchaus als – zumindest zeitweise anhaltendes – Happy End auslegen kann. Aber bis dahin muss man die unverblümt egozentrischen und destruktiven Gedankengänge der Hauptfigur durchstehen.
Technisch gesehen ist das Buch eher durchschnittlich. Die Handlung kann überzeugen, aber die sprachlichen Bilder und Formulierungen wirken konstruiert und schwächen den Text insgesamt, da sie sich durch das ganze Buch ziehen.
Momentum erhielt das Buch im Zuge zunehmender Emanzipation in den USA. Verglichen mit dem Grad an Emanzipation und Aufklärung, den man hierzulande schon lange gewohnt ist, wirkt das Buch meiner Meinung nach kaum als Unterstützung für die geknechtete Frau von heute.

Kannst Du andeuten, was es mit dem Titel auf sich hat, ohne zuviel zu verraten? Ist so etwas gemeint, wie ein Leben unter der Glasglocke, also zum Angeschaut-Werden da zu sein, was einem gleichzeitig den Atem raubt; anstatt das einem ein eigener, kontruktiver, innerer Wert zugesprochen wird, den man in Freiheit ausleben kann? So in Richtung des Bildes vom goldenen Käfig … nur anders?
Die Glasglocke ist nicht als goldener Käfig, sondern eher als Trennung von der Außenwelt zu sehen. Ein dazu passender Spruch wäre “in seinem eigenen Saft schmoren”.
Schon auf den ersten Seiten beschreibt die Hauptfigur ihre Losgelöstheit: Während jede andere sich freuen würde, für ein Modemagazin im großen, schönen New York zu sein, ist es für sie völlig egal, welches “Panorama” sich vor ihren Augen türmt, weil es für sie innerlich keinen Unterschied macht.