Vor ein paar Jahren habe ich eine Ausbildung als Koch angefangen.
Nach einem Jahr hatte ich keine Lust mehr. Und das ist eine Untertreibung. Ich hatte keine Lust auf Kochen, keine Lust auf irgendwas.
Mein Chef und die meisten Kollegen waren hektische Idioten. Am Anfang war mir das noch nicht klar, aber nach einem halben Jahr merkte ich langsam, was lief. Mich störte nicht, dass man als Anfänger wie der letzte Dreck behandelt wird, aber ich kam nicht darüber hinweg, dass sich alle ohne nennenswerten Grund überwältigenden Stress machten. Ständig wurde geschrien: Schneller, besser, noch schneller. Und wenn dann zwischen der völligen Hektik nichts mehr zu tun war, wurden Probleme gemacht.
Besonders der Chef sorgte dafür, dass sich der Cholerikerkreislauf aufrecht erhielt. Die Motivation im Team war entsprechend unterirdisch. Jeder machte nur das Nötigste und versuchte dann, sich aus dem Rest herauszuhalten.
Ich war so naiv, zu hoffen, die Zustände wären anderswo besser. Ich jobbte in verschiedenen Küchen, auch ohne vollständige Ausbildung, aber das Bild war fast überall gleich. Viele Köche müssen einen cholerischen Fetisch haben. Anders kann ich mir nicht erklären, wie man so den Job gut finden kann.
Nach diesem kurzen Ausflug in die Arbeitswelt zog ich mich zeitweise komplett zurück. Ein paar Freunde blieben mir, die ich regelmäßig besuchte (und noch besuche). Ansonsten vertrieb ich mir meine H4-Zeit mit Lesen, Online-Scheiß, Spielen und Kiffen. Es gibt Leute, die so einen Lebensstil komplett abartig finden. So ein Schmarotzer! Aber das war mir egal, denn wie man schon immer beobachten konnte, nicht die unwichtigen Nichtsmacher sind das Problem, sondern geld- und machtgeile Idioten, die nicht mit Geld umgehen können. Und davon scheint es nach wie vor mehr als genug zu geben.
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Arbeitet der Erzähler nicht in einem Büro? >> [Aufpassen, Sarah!] So kann ich nicht arbeiten. Sehr mysteriös! Vielleicht besser doch noch einmal zum Arzt?
Ups. Ja, da bin ich mit den Zeiten etwas durcheinander gekommen. Die Hartz-4-Zeiten sind eigentlich vorbei.
Das ist verzeilich, vor allem, wenn man bedenkt, dass dies ein NaNoWriMo-Text ist. Mit jedem Beitrag, den Du veröffentlichst, bin ich wieder ein Stück mehr beeindruckt, wie viel Du geschafft hast – und das neben einer Vollzeitarbeit. Kein Vergleich zu meinem armseligen Resultat!
Angesichts dessen, darf man wohl auch fragen, ob Du Dich am Script Frenzy im April beteiligst, für das Du gewiss schon eine E-Mail-Einladung erhalten hast?
Danke für das Lob
An dem Wettbewerb werde ich wohl nicht teilnehmen. Dazu fehlt mir dann doch die Zeit, vor allem, weil ich jetzt auch noch was programmiere.