[Aufpassen, Sarah!] Abergläubisch?

Während meiner Ausbildungszeit, die nun schon einige Jahre zurückliegt, kam ein Kreislaufproblem zum Vorschein. Mit den Jahren wurde es immer schlimmer.

Schon zu Schulzeiten hatte ich damit zu kämpfen, aber erst in der Ausbildungszeit wurde es so schlimm, dass meine Leistungsfähigkeit extrem eingeschränkt wurde. Fast die ganze Zeit über nahm ich an, der Grund für die Leistungsabnahme wäre bei mir selbst und meiner Einstellung zu suchen.

Wenn man einigen meiner Lehrer glauben schenken wollte: Die sahen das auch so. Dass die Angelegenheit gar nicht in meiner Hand lag, sondern körperlich bedingt war, kam lange niemandem in den Sinn. Erst mein Ausbildungsleiter, der bereits jemanden kannte, der ähnliche Probleme hat, ermutigte mich, zum Arzt zu gehen und eine gründliche Untersuchung anzustoßen.

Im zweiten Ausbildungsjahr machte ich diesen Schritt und bin bis heute dankbar dafür, dass mich der Leiter dazu ermuntert hat. Dank einer erfolgreichen Therapie kann ich wieder uneingeschränkt arbeiten.

Ich versuche – vielleicht etwas abergläubisch – Parallelen zu dieser Zeit zu ziehen. Ich möchte nicht das Gefühl bekommen, langsam aber sicher verrückt zu werden, auch wenn es derzeit danach aussieht.

Wieso glaube ich, eine Schwester mit Namen Shirin zu haben, die keiner kennt?

Wieso glaube ich, einen Kollegen namens Manfred zu haben, den keiner kennt?

Will man mich hinters Licht führen oder drehe ich langsam am Rad?


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2 Antworten auf [Aufpassen, Sarah!] Abergläubisch?

  1. Martin Identicon Icon Martin sagt:

    Ob aus der Erfahrung dieser Erinnerung heraus wohl demnächst offener mit seinem Arzt spricht?

    Ansonsten möchte ich anmerken, dass sich wegen des Umstand, dass der Titel „Aufpassen, Sarah!“ eine bislang völlig unbenannte Person enthält, eine Spannung immer weiter aufbaut. Ich weiß nicht, ob dies auch so wäre, wenn man den Text nicht häppchenweise, sondern am Stück liest. Aber so wirkt es als ein cleverer Zug des Autoren. Man hat es zwar öfter, dass einem der Titel eines Buches lange rätselhaft bleibt, doch zumeist ist dann auch der Titel selbst schwammig, mehrdeutig, unauffällig und bekommt erst am Ende ein ganz spezielle Aussage. Hier aber ist der Titel sofort klar, geradezu wachrüttelnd und persönlich – trotzdem weiß man ihn nicht einzuordnen.

    Das erinnert mich in seiner Ungewöhnlichkeit ein bisschen an Psycho, wo die scheinbare Protagonistin früh im Film weggestorben wird.

  2. Mathies Identicon Icon Mathies sagt:

    Ja, am Stück gelesen ist die Wirkung tatsächlich eine andere. In kleinen Teilen ist er viel … gemeiner. :)

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