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[Aufpassen, Sarah!] Es wird nicht besser

Als ich am folgenden Tag aufstehe, ist die Situation unverändert. Alles, aber auch wirklich alles ist etwas bleicher als vorgestern. Ich suche einen Arzt auf, um meinem Leiden einen Namen geben zu lassen.

Der schaut mich mäßig bestürzt an, als ich ihm die Symptome schildere (wobei ich meine Selbstdiagnose verheimliche – vorerst) und gibt mir daraufhin ein paar Tabletten, die meine Sehkraft wiederherstellen sollen.

Natürlich werden diese Tabletten nichts bringen, weil sie das eigentliche Problem nicht beheben, doch das erzähle ich dem Augenarzt nicht. Er soll von selbst auf die richtige Lösung des Problems kommen. Der möglicherweise todbringende Eingriff, bei dem große Teile meines Hirns entfernt werden müssen, um das Schlimmste zu verhindern, ist letztlich unausweichlich!

Randnotiz: Hoffentlich werden diese Zeilen niemals veröffentlicht, denn wie allgemein bekannt ist, sind Tagebücher so ziemlich das Langweiligste, was man Schreiben und gleichzeitig Literatur nennen kann. Die Ausnahmen, die es wert sind, gelesen zu werden, kann man an einer Hand abzählen.


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2 Kommentare

  1. Nun ja, Ärzte sind keine Hellseher. Ich denke, in unserem Gesundheitssystem würde einiges besser laufen, wenn Arzt und Patient mehr miteinander sprechen würden. Oft liegt es beim Arzt, dass es dazu nicht kommt, bzw. am Abrechnungssystem, dass ein langes aber erfolgreiches und problemlösendes Gespräch weniger honoriert als ein Kurzes plus Medikamentenverschreibung.

    Der Patient allerdings sollte auf den Arzt schon zukommen. Er geht ja freiwillig dorthin, weil er ein Problem hat, dass er loswerden möchte, und nicht um Quizmaster für den Arzt in der Rolle eines Schowgastes zu spielen.

    Es sei denn natürlich, es hat wirklich einen psychischen Hintergrund… Je nach Ursache mag es da anders sein und dieser etwas gestörte Umgang Symptom des Problems sein.

  2. Es könnte auch sein, dass der Protagonist nicht alles, was er schreibt, furchtbar ernst meint ;)

    Was das Gesundheitssystem betrifft kann ich dir nur zustimmen. Am liebsten haben manche Ärzte zunehmend Patienten, die nur die Praxisgebühr bezahlen und ohne Medikamente nach Hause geschickt werden können (“Nehmen Sie einfach ein bisschen Aspirin”).
    Wer weiß, in welche Richtung sich unser Sozialsystem insgesamt noch entwickelt. Die “Fortschritte” der letzten Jahre lassen nichts Gutes ahnen.