Nach zwei Tagen ist Shirin immer noch nicht aufgetaucht. Ein Anruf auf ihr Handy ergibt: Kein Anschluss unter dieser Nummer. Ich mache mir mittlerweile ernsthaft Sorgen und gehe deshalb zur Polizei. Praktischerweise haben wir direkt an der nächsten Kreuzung eine Wache.
Der zuständige Kollege gibt sich kompetent und offen. Er nimmt die Personalien meiner Schwester auf, fragt die zu erwartenden Fragen (“Wie alt ist sie?”, “Wie lange ist sie schon weg?”, “Wo könnte sie noch sein?”, “Ist sie öfter weg?”).
Nach Klärung aller Punkte verspricht mir der Beamte, die Sache ernst zu nehmen, weist mich aber auch darauf hin, dass ich nicht mit einer schnellen Klärung rechnen kann. Insbesondere hebt er aufgrund eines ungeschickten Zugeständnisses (“Ja, Shirin ist schon öfter mal ein paar Tage verschwunden … Aber nicht so!”) hervor, dass man sich vielleicht gar keine Sorgen machen muss und Shirin möglicherweise schon morgen vor der Tür steht.
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